Anfang Dezember ruft die Oma an: „Was sollen wir ihm schenken?“ Ein paar Tage später fragt die Patentante, dann der Onkel. An Heiligabend liegen acht Päckchen unter dem Baum, und das einjährige Kind spielt am längsten mit dem Papier, in das sie eingepackt waren. Eine Woche später benutzt es von dem ganzen Stapel ein einziges Ding, und oft nicht das, auf das Sie getippt hätten.
Das ist keine Undankbarkeit. Ein kleines Kind kann sich nicht zehn neuen Dingen auf einmal widmen. Sind es viele, bekommt jedes einen Moment, dann geht es zum nächsten. Gibt es nur eines, kommt das Kind morgen und übermorgen darauf zurück und macht jedes Mal etwas ein wenig anderes damit. Deshalb lohnt es sich, anders zu fragen: nicht, was man alles kaufen soll, sondern was das Kind im Februar noch jeden Tag benutzt.
So wählen Sie: Schauen Sie, was Ihr Kind gerade tut
Verlässlicher als die Altersangabe auf der Verpackung ist das, was das Kind in den letzten Wochen tut. Klettert es aufs Sofa und auf die Stühle? Zieht es einen Stuhl an die Küchenzeile, um zu sehen, was Sie kochen? Steckt es Dinge in eine Schachtel und holt sie wieder heraus? Ein Geschenk, das an diese Bewegung anknüpft, kommt an. Ein Geschenk, das ihr um ein Jahr voraus ist, wartet im Schrank.
Das Alter, das der Hersteller angibt, ist eine Untergrenze. Darunter sollte man nicht gehen, aber wer sie erreicht hat, ist nicht automatisch so weit. Bei den größeren Geschenken unten steht, ab wann der Hersteller sie angibt. Alle sind aus Holz oder Sperrholz, und jedes knüpft an das an, was ein Kind in diesem Alter tut.
Mit einem Jahr: klettern, hineinstecken, herausholen
Rund um den ersten Geburtstag probiert ein Kind aus, was wohin passt. Es legt einen Würfel in eine Schale, nimmt ihn heraus und legt ihn wieder hinein. Schwieriger ist es, einen Würfel auf einen senkrechten Stab zu stecken, denn das Loch muss genau über der Spitze sein, bevor die Hand loslässt. Bis das gelingt, liegt der Würfel nur obenauf. Wenn es gelingt, rutscht er hinunter, und das Kind zieht ihn wieder ab und fängt von vorn an.
Der Stab mit drei blauen Würfeln stammt vom niederländischen Hersteller Nienhuis, ist aus Holz, und der Hersteller ordnet ihn der Altersgruppe 0 bis 3 Jahre zu. Ein kleines Geschenk, das auch neben einem größeren noch Platz findet.
Einigt sich die Familie auf ein größeres Geschenk, ist es für ein Kind, das auf alles klettert, ein Pikler-Dreieck. SIPITRI vom lettischen Hersteller Ette Tete hat zwei Segmente, die Neigung lässt sich nach Alter und Fähigkeiten des Kindes einstellen, und eine Rampe gehört dazu, auf der einen Seite zum Rutschen, auf der anderen zum Klettern. Der Hersteller gibt es ab 12 Monaten an. Nach dem Spielen werden die Segmente getrennt, und das Gestell braucht weniger Platz. Warum Sie Ihr Kind nicht hinaufheben sollten und worauf Sie bei der Auswahl achten, steht im Artikel über das Pikler-Dreieck.
Mit zwei Jahren: tun, was wir tun
Ein zweijähriges Kind will keine Spielküche, es will richtig kochen. Es zieht einen Stuhl an die Küchenzeile, greift nach dem Kochlöffel und will in den Topf schauen. Ein Lernturm gibt ihm einen Platz auf Höhe der Arbeitsplatte mit einem Geländer rundherum, sodass es neben Ihnen steht und sieht, was Sie tun. Ab wann ein Lernturm passt und was dabei gilt, beschreiben wir im Artikel über den Lernturm.
Der Lernturm STEP UP von Ette Tete ist 90 Zentimeter hoch, die Plattform lässt sich in drei Höhen einstellen: 31, 38,5 und 46 Zentimeter. Der Hersteller gibt ihn ab 18 Monaten an, und laut Hersteller reicht er bis etwa fünf oder sechs Jahre.
Ein kleineres Geschenk für ein zweijähriges Kind ist das Puzzle mit drei Gemüsesorten von Nienhuis. Es hat drei Teile aus Birkensperrholz mit realistischen Abbildungen in den richtigen Größenverhältnissen, sodass das Kind beim Einlegen vergleicht, was größer und was kleiner ist. Es misst 294 × 120 Millimeter, und über das Gemüse lässt sich auch beim Mittagessen reden.
Mit drei Jahren: ein eigener Tisch, ein eigener Platz
Ein dreijähriges Kind möchte etwas Eigenes haben. Einen Platz, an dem es malt, an dem es sein Puzzle ausbreitet und an dem ihm niemand etwas wegschiebt. STEP'n'SIT von Ette Tete ist Lernturm und Tisch mit Stuhl zugleich. In der Küche steht er an der Arbeitsplatte, nach dem Kochen wird er zu einem Tisch von 40 × 43 Zentimetern. Die Plattform des Turms liegt 46,5 Zentimeter über dem Boden. Der Hersteller gibt ihn ab 18 Monaten an, ein für ein zweijähriges Kind gekaufter Turm leistet also auch mit drei Jahren noch gute Dienste.
Ist in der Wohnung Platz für ein weiteres großes Stück, bietet eine Wippe eine Bewegung, die der Turm nicht bietet. Das Kind schaukelt darauf, klettert darüber, versteckt sich darin oder baut mit dem Brett eine Brücke. Bei dieser Wippe der Marke eliNeli gibt der Hersteller eine Belastbarkeit von 110 Kilogramm an, im Set sind ein Wendebrett und ein Kinderstuhl dabei. Der Hersteller gibt sie ab einem Jahr an und nur unter Aufsicht eines Erwachsenen.
Was nach Weihnachten bleibt
Ein gutes Geschenk für ein kleines Kind erkennen Sie im Januar. Nicht daran, wie sehr es sich beim Auspacken gefreut hat, sondern daran, ob es von selbst darauf zurückkommt. Das einjährige Kind fädelt eine Woche später wieder Würfel auf den Stab, jetzt ohne Zögern. Das zweijährige zieht morgens den Turm an die Küchenzeile, weil es weiß, dass eine Banane geschnitten wird. Das dreijährige trägt Papier und Stifte an seinen Tisch und will nicht, dass Sie helfen.
Weitere Materialien nach Alter, von der Geburt bis sechs Jahre, finden Sie im Artikel Montessori Spielzeug nach Alter. Lerntürme, Pikler-Dreiecke und Wippen stehen zusammen in der Kategorie Lerntürme, Pikler & Klettern.
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